Ratgeber

Hashimoto ohne Angst.

Was mit deiner Schilddrüse passiert, wie du zur Diagnose kommst und wie Ernährung und Gewohnheiten deinen Körper neben der ärztlich verordneten Therapie unterstützen.

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse: Das Immunsystem greift die Drüse irrtümlich an, die mit der Zeit immer weniger Hormone bildet. Sie ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und tritt bei Frauen deutlich häufiger auf.

Sie entwickelt sich schleichend, deshalb werden die Symptome oft auf Stress oder Müdigkeit geschoben. Mit der richtigen Therapie und regelmäßigen Kontrollen leben die meisten Menschen ganz normal – und Ernährung und Gewohnheiten können helfen, dass du dich besser fühlst.

Woran erkennst du das Problem?

Die häufigsten Anzeichen. Keines davon ist allein eine Diagnose.

Chronische Müdigkeit

Erschöpfung und Schläfrigkeit trotz ausreichend Schlaf, dazu wenig Kraft am Tag.

Kälteempfindlichkeit

Ständig kalte Hände und Füße und Frieren, wenn anderen nicht kalt ist.

Gewichtsveränderungen

Schwierigkeiten beim Abnehmen, Wassereinlagerungen und ein geschwollenes Gesicht am Morgen.

Haut, Haare und Nägel

Trockene Haut, verstärkter Haarausfall und brüchige Nägel.

Nebel im Kopf

Verlangsamung, schlechtere Konzentration und gedrückte Stimmung.

Verdauung und Zyklus

Träge Verdauung und Verstopfung sowie unregelmäßige oder stärkere Perioden.

Der Weg zur sicheren Diagnose

Biotin (Vitamin B7) aus Nahrungsergänzungsmitteln kann Schilddrüsenwerte verfälschen – sag deiner Ärztin oder deinem Arzt vor der Blutabnahme, was du einnimmst.

Erste Anlaufstelle

Endokrinologie

1

TSH

Blut

Der erste Schritt: ein Hormon der Hirnanhangdrüse, das steigt, wenn die Schilddrüse zu wenig arbeitet.

2

fT4

Blut

Freies Thyroxin zeigt, wie viel Hormon die Drüse tatsächlich bildet.

3

Anti-TPO

Blut

Antikörper, die den Autoimmunprozess bestätigen – bei den meisten Menschen mit Hashimoto erhöht.

4

Anti-TG

Blut

Antikörper gegen Thyreoglobulin, eine zusätzliche Bestätigung, wenn Anti-TPO im Normbereich liegt.

5

Ultraschall

Untersuchung

Zeigt Aussehen und Struktur des Schilddrüsengewebes.

Ernährung, die die Schilddrüse unterstützt

Auf den Teller

  • Gemüse, Fisch und Olivenöl als entzündungshemmende Basis
  • Selenreiche Lebensmittel (z. B. 1–2 Paranüsse, nicht mehr)
  • Ausreichend Eiweiß zu jeder Mahlzeit
  • Lebensmittel reich an Eisen und Vitamin B12
  • Vitamin D – lass den Wert prüfen, er ist oft niedrig

Meiden oder einschränken

  • Hochverarbeitete Lebensmittel und zu viel Zucker
  • Jodpräparate auf eigene Faust
  • Kaffee, Calcium und Eisen gleichzeitig mit dem Medikament
  • Strenge Diäten und Fasten
  • Gluten – wenn zusätzlich Zöliakie bestätigt ist

Zöliakie kommt bei Menschen mit Hashimoto häufiger vor, daher lohnt sich auch dieser Test. Eine glutenfreie Ernährung ist nicht für alle nötig, aber unverzichtbar, wenn Zöliakie bestätigt wird.

Vom Wissen auf den Teller.

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Weitere Ratgeber

Dieser Ratgeber dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Für eine Diagnose, die Auswertung deiner Laborwerte oder eine Änderung der Therapie wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.